Die drei diagnostischen Dimensionen

UME Work S.E.N.S. erfasst drei zentrale Bereiche, die gemeinsam ein umfassendes Bild der Arbeitsrealität in Organisationen ergeben. Die Ergebnisse werden in einer wissenschaftlich fundierten Risikomatrix zusammengeführt.

Arbeitsverhalten

Diese Dimension erfasst Verhaltensmuster, die auf Überlastung, dysfunktionale Leistungsorientierung oder arbeitssüchtige Tendenzen hinweisen. UME Work S.E.N.S. nutzt die International Work Addiction Scale (IWAS), ein international validiertes Screening-Instrument, das die sieben Kernkomponenten von Arbeitssucht abbildet.
Erfasst werden u. a.:
Kontrollverlust, fehlende Regeneration, Priorisierung von Arbeit über andere Lebensbereiche, negative Folgen für Gesundheit und soziale Beziehungen.

Organisationale Strukturen

Diese Dimension analysiert strukturelle und kulturelle Faktoren, die Arbeitsverhalten und Arbeitsfähigkeit beeinflussen, darunter Führung, Arbeitsorganisation, Konfliktkultur, Arbeitsbedingungen und Unterstützungsstrukturen.

Arbeitsfähigkeit

Basierend auf dem Work Ability Index (WAI) erfasst diese Dimension Gesundheitsressourcen, berufliche Kompetenzen und Motivation. Er ermöglicht eine valide subjektive Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Arbeitsfähigkeit.

Die UME Work S.E.N.S.-Risikomatrix

Die drei Dimensionen werden zu einer wissenschaftlich fundierten Risikomatrix zusammengeführt, die zeigt: 


•    wo konkret Risiken entstehen, 
•    welche strukturellen Faktoren sie beeinflussen, 
•    welche Potenziale bestehen, 
•    welche Maßnahmen wirksam sind.
 

Die Risikomatrix dient als Frühwarnsystem und als Grundlage für nachhaltige Personal- und Organisationsentwicklung.

 

Mitarbeitende erhalten ihre eigenen Antworten in Form einer Ampelbewertung sowie ihren IWAS‑ und WAI‑Score, um ihre Situation transparent einschätzen zu können. 
 

Die Systematik von UME Work S.E.N.S.

Die S.E.N.S.-Systematik beschreibt den Prozess, durch den UME Work S.E.N.S. Mitarbeitende und Organisationen befähigt, Arbeitsfähigkeit nachhaltig zu gestalten.


S = self-reflect – Klarheit schaffen
Mitarbeitende reflektieren ihr Arbeitsverhalten, ihre Belastungen und Ressourcen. Sie erhalten ein realistisches Bild ihrer Arbeitsfähigkeit und der betrieblichen Faktoren, die sie beeinflussen.
Organisationen erhalten Transparenz über strukturelle Bedingungen und deren Auswirkungen.


E = empower – Handlungsspielräume nutzen
Mitarbeitende werden befähigt, Einfluss auf ihre Arbeitsrealität zu nehmen. Sie erkennen, wo sie selbst gestalten können – und wo strukturelle Veränderungen notwendig sind.
Organisationen erhalten ein Potenzial  und Risikoradar.


N = nurture – Arbeitsfähigkeit unterstützen
UME Work S.E.N.S. zeigt auf, welche Maßnahmen und Angebote die Arbeitsfähigkeit stärken. 
Mitarbeitende und Organisationen erhalten konkrete Orientierung für Gesundheit, Kompetenzen, Motivation und Arbeitsumgebung.


S = secure – langfristige Stabilität ermöglichen
Der letzte Schritt zielt auf und nachhaltigen Personalprozessen.
Mitarbeitende profitieren von der langfristigen Sicherung ihrer Arbeitsfähigkeit.
Organisation sichern langfristig die Arbeitsfähigkeit, den Unternehmenserfolg und übernehmen ökologische Verantwortung.
 

Forschungsgrundlage

UME Work S.E.N.S. basiert auf drei wissenschaftlich anerkannten Konzepten, die erstmals in einem integrierten Diagnostik Instrument zusammengeführt werden: der Forschung zu Arbeitssucht, der International Work Addiction Scale (IWAS) und dem Work Ability Index (WAI). Diese Kombination ermöglicht eine valide, mehrdimensionale Betrachtung von Arbeitsverhalten, organisationalen Bedingungen und Arbeitsfähigkeit.

Arbeitssucht als Personalrisiko (Meißner, 2005–2026)

Die langjährige Forschung von Prof. Dr. Ulrike Emma Meißner bildet die zentrale Grundlage von UME Work S.E.N.S. Sie zeigt, dass Arbeitssucht:


  • ein organisational relevantes Personalrisiko ist, das sowohl Individuen als auch Organisationen betrifft
  • im Zusammenspiel von individuellem Verhalten, Arbeitskultur und betrieblichen Strukturen entsteht,
  • Gesundheit, Arbeitsfähigkeit, Teamdynamiken, Fehlzeiten, Fluktuation und Performance beeinflusst,
  • ein Indikator nicht nachhaltiger Personalprozesse ist
  • das Organisationen eine Mitverantwortung tragen, da organisationale Strukturen arbeitssüchtige Muster verstärken können.
     

Diese Forschung ist im deutschsprachigen Raum einzigartig und bildet bei UME Work S.E.N.S. die diagnostische Dimension der „organisationalen Strukturen“.


 

International Work Addiction Scale (IWAS)

Die International Work Addiction Scale (IWAS) ist ein international validiertes Screening Instrument zur Erfassung arbeitssüchtiger Tendenzen. Sie wurde von einem globalen Forschungskonsortium unter Leitung von Edyta Charzyńska und Paweł A. Atroszko entwickelt und in 85 Kulturen empirisch geprüft.


Die IWAS ist derzeit das methodisch stärkste und kulturübergreifend validierte Instrument zur Messung von Arbeitssucht. Sie basiert auf einem modernen biopsychosozialen Suchtmodell und bildet die sieben Kernkomponenten ab, darunter: Salienz, Kontrollverlust, Konflikte, Toleranz, Entzug, Probleme, Stimmungsmodifikation
In UME Work S.E.N.S. wird die IWAS eingesetzt, um:


•    riskante Leistungsorientierung,
•    Kontrollverhalten,
•    fehlende Regeneration,
•    dysfunktionale Arbeitsmuster,
•    das Stadium der Arbeitssucht,
•    und die Höhe des Risikos
 

präzise zu erfassen.


In UME Work S.E.N.S. bildet die IWAS die diagnostische Grundlage der Dimension „Arbeitsverhalten“


 

Work Ability Index (WAI)

Der Work Ability Index (WAI) wurde vom Finnish Institute of Occupational Health (FIOH) unter Leitung von Juhani Ilmarinen entwickelt. Er ist ein international etabliertes Verfahren zur Erfassung der subjektiven Arbeitsfähigkeit und misst, wie gut Mitarbeitende ihre Arbeit aktuell und künftig bewältigen können.
 

Der WAI bildet in UME Work S.E.N.S. die Grundlage der Dimension „Arbeitsfähigkeit“ und erfasst die individuellen subjektiven Ressourcen. Er ermöglicht eine valide Einschätzung, ob individuelle Voraussetzungen und Arbeitsanforderungen im Gleichgewicht stehen.


Quelle (deutsche Fassung): Hasselhorn, H. M., & Freude, G. (2007). Der Work Ability Index. Ein Leitfaden. Bremerhaven: Verlag für neue Wissenschaft. (Original: Finnish Institute of Occupational Health, Ilmarinen et al.)


 

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